TRAFO - Transdisziplinäres Forschen
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Forschungszentrum für geteilte Inkompetenz: Topographien
Projektbeschreibung
Forschungszentrum für geteilte Inkompetenz: Topographien
Erster Teil des Forschungsprojekts:
Das Projekt verbindet akademische und künstlerische Herangehensweisen, um Fragen der Einbeziehung von Öffentlichkeit(en) in die Erzeugung transdisziplinären Wissens zu diskutieren. Die Teammitglieder kombinieren eigene Erfahrungen und Arbeitspraktiken, um ihre geteilte Inkompetenz im Bereich der Versorgung schwer behinderter Menschen fruchtbar zu machen. Im Zentrum des Interesses stehen die Frage: "Was ist ein Körper / eine Person?" und die (An)Teilnahme an einem (transdisziplinären) Syndrom.

Basierend auf unseren ethnografischen Erfahrungen und gezielten Interventionen in unserem Untersuchungsfeld arbeiten wir an einer transdisziplinären Version eines medizinischen Syndroms. Dabei handelt es sich um eine fragile Entität mit gesicherter Ätiologie und unklarer Pathogenese, die apallisches Syndrom genannt wird und eine Sammlung von Zeichen und Symptomen darstellt. Um dieses Syndrom kümmern sich verschiedene Personengruppen und Organisationen wie Pflege, Medizin, Selbsthilfeorganisationen, Bezirksgerichte, Medien etc. und nicht zuletzt die PatientInnen und ihre Angehörigen. Das Projekt unternimmt den Versuch durch die Assoziation verschiedener Syndrom-Versionen ein Verständnis für das Politische dieses Syndromkomplex zu entwickeln.

Außerdem experimentierten wir mit der "Veröffentlichung" unserer Version des Syndroms im Rahmen dreier Ausstellungen (Karlsruhe/2005, Belgrad/2005 und Wien/2006). Dabei handelte sich um ein visuelles Protokoll unserer Erfahrungen, um dem Syndrom zusammen mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten zu begegnen.
 
 

Das Verlängerungsprojekt:
Folgende Projekttrajektorien, die sich durch Präsenz und Forschungen im Projektfeld ergeben haben, können dank einer Verlängerung weiterverfolgt und vertieft werden: In dem von uns mitbetreuten Pflegeforschungsprozess auf der Station werden in dieser Phase die Auswirkung und der Erfolg einer regelmäßigen und standardisierten Anwendung verschiedener Pflegekonzepte auf PatientInnen im Wachkoma und "minimally conscious state" (Zustand herabgesetzten Bewusstseins) beurteilt. Neben der Erfassung klinischer Parameter werden Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung eines neuen Einschätzungsinstruments zur Abschätzung des Bewusstheitsgrades der PatientInnen getestet. Die bisherigen Diskussionen um die Frage der wechselseitigen Beeinflussung und Durchdringung praktisch-klinischer Aktivitäten und theorie-/forschungsgeleiteten Handelns lassen sich in dieser Erhebungsphase und der darauf folgenden Auswertungsphase vertiefen.

Zweitens verfolgen wir die Umsetzung der von uns entwickelten "Polsterforschung". Darunter verstehen wir die Konzeption und den prototypischen Bau technischer Artefakte für unsere Interaktion mit PatientInnen, Team- und Familienangehörigen. Ziel ist die Anreicherung unseres transdisziplinären Syndrom-Repertoires.

Drittens arbeiten wir an der "Veröffentlichung" einer "Syndromatologie" mit dem Titel: "Topography of the possible - The syndrom we care for".